Ein Beispiel aus Kapitel 6, DIE LEKTIONEN DER LIEBE:

 

I. Die Botschaft der Kreuzigung

 

1. Zum Zweck des Lernens wollen wir noch einmal die Kreuzigung betrachten. Ich bin zuvor wegen der furchterregenden Assoziationen, die du vielleicht damit verbindest, nicht näher darauf eingegangen. Das einzige, was bis jetzt betont wurde, ist, dass sie nicht eine Form der Bestrafung war. Allerdings lässt sich nichts nur in

negativen Begriffen erklären. Es gibt eine positive Deutung der Kreuzigung, die völlig frei von Angst ist und daher völlig wohlmeinend in dem, was sie lehrt, wenn man sie richtig versteht.

 

2. Die Kreuzigung ist nichts weiter als ein extremes Beispiel. Ihr Wert - wie auch der Wert jeder Lehreinrichtung - liegt einzig in der Art des Lernens, das sie erleichtert. Man kann sie missverstehen und hat es getan. Das rührt allein daher, dass die Angsterfüllten dazu neigen, angstvoll wahrzunehmen. Ich habe dir bereits gesagt, dass du dich immer an mich wenden kannst, um meine Entscheidung zu teilen und sie dadurch stärker zu machen. Ich habe dir auch gesagt, dass die Kreuzigung die letzte nutzlose Reise war, die die SOHNSCHAFT machen muss, und dass sie für jeden, der sie versteht, Befreiung von der Angst bedeutet. Während ich bisher nur auf die Auferstehung eingegangen bin, wurde der Zweck der Kreuzigung und wie sie eigentlich zur Auferstehung führte, nicht geklärt. Trotzdem hat sie in deinem Leben einen eindeutigen Beitrag zu leisten, und wenn du ohne Angst über sie nachdenkst, wird sie dir helfen, deine eigene Rolle als Lehrer zu verstehen.

 

3. Wahrscheinlich hast du jahrelang so reagiert, als würdest du gekreuzigt. Das ist eine ausgeprägte Tendenz bei den Getrennten, die es immer ablehnen, darüber nachzudenken, was sie sich selbst angetan haben. Projektion bedeutet Ärger, Ärger begünstigt Angriff, und Angriff fördert Angst. Die wahre Bedeutung der Kreuzigung liegt in der augenscheinlichen Intensität des Angriffs einiger der SÖHNE GOTTES auf andere. Das ist natürlich unmöglich und muss ganz als unmöglich verstanden werden. Sonst kann ich kein Lernvorbild sein.

 

4. Ein Angriff lässt sich letztlich nur gegen den Körper richten. Es ist kaum zu bezweifeln, dass ein Körper einen anderen angreifen und sogar zerstören kann. Wenn aber Zerstörung an sich unmöglich ist, dann kann etwas, das zerstörbar ist, nicht wirklich sein. Seine Zerstörung rechtfertigt daher keinen Ärger. Insoweit du glaubst, dass sie das doch tut, akzeptierst du falsche Voraussetzungen und bringst sie anderen bei. Die Botschaft, die die Kreuzigung lehren sollte, war die, dass es nicht nötig ist, irgendeine Form des Angriffs in der Verfolgung zu sehen, weil du nicht verfolgt werden kannst . Wenn du mit Ärger reagierst, dann setzt du dich zwangsläufig mit dem Zerstörbaren gleich und betrachtest dich daher auf wahnsinnige Weise.

 

5. Ich habe vollkommen klar dargelegt, dass ich bin wie du und du so bist wie ich, aber unsere grundlegende Gleichheit kann nur durch eine gemeinsame Entscheidung aufgezeigt werden. Es steht dir frei, dich als verfolgt anzusehen, wenn du das willst. Wenn du dich aber entscheidest, so zu reagieren, dann solltest du bedenken, dass ich nach dem Urteil der Welt verfolgt wurde, diese Bewertung selbst jedoch nicht teilte. Und weil ich sie nicht teilte, habe ich sie nicht bestärkt. Ich habe deshalb eine andere Deutung des Angriffs angeboten, eine, die ich mit dir teilen möchte. Wenn du sie glaubst, hilfst du mir, sie zu lehren.

 

6. Wie ich schon sagte: »Wie du lehrst, so wirst du lernen.« Wenn du so reagierst, als würdest du verfolgt, so lehrst du die Verfolgung. Eine solche Lektion sollte ein SOHN GOTTES nicht lehren wollen, wenn er seiner eigenen Erlösung gewahr werden möchte. Lehre vielmehr deine eigene vollkommene Unantastbarkeit, welche die Wahrheit in dir ist, und sei dir darüber klar, dass sie gar nicht angegriffen werden kann. Versuche nicht, sie selbst zu schützen, sonst glaubst du, sie sei angreifbar. Von dir wird nicht verlangt, dich kreuzigen zu lassen, was ein Teil meines eigenen Lehrbeitrags war. Von dir wird nur verlangt, meinem Beispiel angesichts viel geringerer Versuchungen, fehlwahrzunehmen, zu folgen und sie nicht als falsche Rechtfertigungen für Ärger zu akzeptieren. Es kann keine Rechtfertigung für etwas geben, was nicht zu rechtfertigen ist. Glaube nicht, dass es eine solche gibt, und lehre nicht, dass es sie gibt. Denk immer daran, dass du das lehren wirst, was du glaubst. Glaube mit mir, und wir werden als Lehrer ebenbürtig werden.

 

7. Deine Auferstehung ist dein Wiedererwachen. Ich bin das Vorbild für die Wiedergeburt, aber die Wiedergeburt selbst ist nur das Heraufdämmern dessen in deinem Geist, was bereits in ihm liegt. GOTT hat es SELBST in ihn hineingelegt, und somit ist es ewig wahr. Ich habe an es geglaubt und es deshalb für mich als wahr angenommen. Hilf mir, es unsere Brüder im Namen von GOTTES REICH zu lehren, glaube aber zuerst daran, dass es für dich wahr ist, sonst lehrst du verkehrt. Meine Brüder schliefen, während ich angeblich »auf dem Ölberg mit dem Tode rang«, aber ich konnte ihnen nicht zürnen, weil ich wusste, dass ich gar nicht verlassen werden konnte.

 

8. Es betrübt mich, wenn meine Brüder meine Entscheidung nicht teilen, nur eine STIMME zu hören, weil es sie als Lehrer und als Lernende schwächt. Doch weiß ich, dass sie weder sich noch mich wirklich verraten können und dass es dennoch sie sind, auf die ich meine Kirche bauen muss. Darin gibt es keine Wahl, weil nur du das Fundament für GOTTES Kirche sein kannst. Eine Kirche ist dort, wo ein Altar ist; und dass ein Altar da ist, macht die Kirche heilig. In einer Kirche, die keine Liebe inspiriert, steht ein Altar verborgen, der nicht dem Zweck dient, für den GOTT ihn vorgesehen hatte. Ich muss SEINE Kirche auf dich gründen, weil diejenigen, die meinem Vorbild folgen, im wörtlichen Sinne meine Jünger sind. Jünger sind solche, die nachfolgen, und wenn das Vorbild, dem sie nachfolgen, beschlossen hat, ihnen Schmerz in jeder Hinsicht zu ersparen, handeln sie unklug, wenn sie ihm nicht folgen.

 

9. Ich habe mich entschlossen aufzuzeigen - um deinet- und um meinetwillen -, dass der ungeheuerlichste Angriff, wie das Ego ihn beurteilt, keine Rolle spielt. Wie die Welt diese Dinge beurteilt - nicht aber wie GOTT sie kennt -, wurde ich verraten, verlassen, geschlagen, geschunden und schließlich getötet. Es war klar, dass dies nur wegen der Projektion anderer auf mich geschah, da ich niemandem geschadet und viele geheilt hatte.

 

10. Als Lernende sind wir nach wie vor gleich, auch wenn wir nicht die gleichen Erfahrungen machen müssen. Der HEILIGE GEIST freut sich, wenn du von den meinen lernen und durch sie wiedererweckt werden kannst. Das ist ihr einziger Sinn und Zweck und auch die einzige Art und Weise, wie ich als der Weg, die Wahrheit und das Leben wahrgenommen werden kann. Wenn du nur eine einzige STIMME hörst, wird nie von dir verlangt, Opfer zu bringen. Im Gegenteil: Dadurch, dass du imstande bist, den HEILIGEN GEIST in anderen zu hören, kannst du aus ihren Erfahrungen lernen und Nutzen ziehen, ohne sie selbst direkt zu erleben. Das liegt daran, dass der HEILIGE GEIST eins ist, und jeder, der hinhört, wird unweigerlich dazu hingeführt, SEINEN Weg für alle aufzuzeigen.

 

11. Du wirst nicht verfolgt, ebenso wenig wie ich es wurde. Es wird nicht von dir verlangt, meine Erfahrungen zu wiederholen, weil der HEILIGE GEIST, DEN wir miteinander teilen, dies überflüssig macht. Um konstruktiven Nutzen aus meinen Erfahrungen zu ziehen, musst du dir allerdings ein Beispiel daran nehmen, wie ich sie wahrgenommen habe. Meine Brüder und die deinen sind ständig damit beschäftigt, zu rechtfertigen, was sich nicht rechtfertigen lässt. Meine einzige Lektion, die ich lehren muss, wie ich sie lernte, ist: Keine Wahrnehmung, die nicht im Einklang mit dem Urteil des HEILIGEN GEISTES steht, lässt sich rechtfertigen. Ich habe es unternommen, zu zeigen, dass dies in einem Extremfall zutraf, nur darum, weil es eine gute Lehrhilfe für die sein konnte, die nicht in solch extreme Versuchung geraten würden, dem Ärger und dem Angriff nachzugeben. Ich will mit GOTT, dass keiner SEINER SÖHNE leiden soll.

 

12. Die Kreuzigung lässt sich nicht miteinander teilen, weil sie das Symbol der Projektion ist, die Auferstehung aber ist das Symbol des Miteinanderteilens, weil das Wiedererwachen jedes SOHNES GOTTES notwendig ist, damit die SOHNSCHAFT ihre Ganzheit erkennen kann. Nur das ist Erkenntnis.

 

13. DieBotschaftderKreuzigungistvollkommenklar:

Lehre nur Liebe, weil du nur Liebe bist.

 

14. Wenn du die Kreuzigung auf irgendeine andere Weise deutest, benutzt du sie als Angriffswaffe statt als Friedensaufruf, als der sie gedacht war. Die Apostel haben sie oft missverstanden, und zwar aus demselben Grund, aus dem auch andere sie missverstehen. Ihre eigene unvollkommene Liebe machte sie für die Projektion anfällig, und aus ihrer eigenen Angst heraus sprachen sie vom »Zorn GOTTES« als SEINER Waffe der Vergeltung. Auch konnten sie von der Kreuzigung nicht völlig ohne Ärger reden, weil ihr Gefühl der Schuld sie ärgerlich gemacht hatte.

 

15. Das sind einige der Beispiele eines auf den Kopf gestellten Denkens im NEUEN TESTAMENT, obschon das Evangelium in Wirklichkeit nur eine Botschaft der Liebe ist. Hätten die Apostel sich nicht schuldig gefühlt, hätten sie mich nie so zitieren können: »Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.« Das ist eindeutig das Gegenteil all dessen, was ich lehrte. Ebenso wenig hätten sie meine Reaktionen Judas gegenüber so beschreiben können, wie sie es taten, wenn sie mich wirklich verstanden hätten. -Ich hätte nur sagen können: »Verrätst du den MENSCHENSOHN mit einem Kuss?«, wenn ich an Verrat geglaubt hätte. Die ganze Botschaft der Kreuzigung war ja, dass ich das nicht tat. Die »Strafe«, die ich auf Judas herabbeschworen haben soll, war ein ähnlicher Fehler. Judas war mein Bruder und ein SOHN GOTTES und ebenso ein Teil der SOHNSCHAFT wie ich. Ist wohl anzunehmen, dass ich ihn verurteilen würde, wenn ich bereit war, aufzuzeigen, dass Verurteilung unmöglich ist?

 

16. Wenn du die Lehren der Apostel liest, denke daran, dass ich selbst ihnen sagte, sie würden vieles später verstehen, weil sie in jener Zeit noch nicht voll und ganz bereit waren, mir nachzufolgen. Ich will nicht, dass du der Angst Einlass in das Denksystem gewährst, zu dem ich dich hinführe. Ich rufe nicht nach Märtyrern, sondern nach Lehrern. Niemand wird für Sünden bestraft, und die SÖHNE GOTTES sind keine Sünder. Jedes Konzept von Strafe beinhaltet die Projektion von Schuldzuweisung und verstärkt den Gedanken, dass Schuldzuweisungen gerechtfertigt sind. Die Folge ist eine Lektion in Schuldzuweisung, denn jedes Verhalten lehrt die Überzeugungen, die es motivieren. Die Kreuzigung war die Folge einander klar entgegengesetzter Denksysteme, das vollkommene Symbol des »Konflikts« zwischen dem Ego und dem SOHN GOTTES. Dieser Konflikt erscheint jetzt genauso wirklich, und seine Lektionen müssen jetzt genauso wie damals gelernt werden.

 

17. Ich brauche keine Dankbarkeit, du aber musst deine geschwächte Fähigkeit, dankbar zu sein, entwickeln, sonst kannst du GOTT nicht würdigen. Er bedarf deiner Würdigung nicht, aber du bedarfst ihrer. Du kannst nicht lieben, was du nicht würdigst, denn Angst macht Würdigung unmöglich. Wenn du das fürchtest, was du bist, würdigst du es nicht und wirst es daher zurückweisen. Die Folge davon ist, dass du Zurückweisung lehrst.

 

18. Die Macht der SÖHNE GOTTES ist ständig gegenwärtig, weil sie als Schöpfer erschaffen wurden. Ihr Einfluss aufeinander ist grenzenlos und muss für ihre gemeinsame Erlösung genutzt werden. Jeder muss lernen zu lehren, dass jede Form der Zurückweisung bedeutungslos ist. Die Trennung ist die Idee der Zurückweisung. Solange du dies lehrst, wirst du es glauben. GOTT denkt nicht so, und du musst denken, wie ER denkt, wenn du IHN wieder erkennen willst.

 

19. Erinnere dich: Der HEILIGE GEIST ist die Kommunikationsverbindung zwischen GOTT dem VATER und SEINEN getrennten SÖHNEN. Wenn du auf SEINE STIMME hörst, wirst du erkennen, dass du weder verletzen noch verletzt werden kannst und dass viele deinen Segen als Hilfe brauchen, um dies selbst zu hören. Wenn du nur dieses Bedürfnis in ihnen wahrnimmst und auf kein anderes reagierst, dann hast du von mir gelernt und wirst ebenso bestrebt sein wie ich, dein Lernen mit anderenzu teilen.

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